Der EM-Check: Tschechische Republik – Deutschlands Dauergegner

23 Mai, 2008 um 10:12 pm | Veröffentlicht in Europameisterschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Sportswoldblogger nimmt heute das Team der Tschechischen Republik unter die Lupe. Bereits sechs Mal traf die DfB-Elf seit der EM 1996 auf unseren Nachbarn aus dem Osten. Bei der Europameisterschaft könnte man sich im Viertelfinale gegenüber stehen.

Alles Bitten von Trainer Karel Brückner hat nichts genutzt: Ohne Pavel Nedvěd reisen die Tschechen zur Europameisterschaft. Auch die Verletzungssorgen konnten den Mittelfeldstar nicht zum Rücktritt vom Rücktritt bewegen. Mit Tomáš Rosický fällt auch der Dreh- und Angelpunkt des Teams aus. Er muss sich einer Knieoperation unterziehen. Auch Daniel Pudil, Youngster vom tschechischen Meister Sparta Prag, steht wegen eines Handbruchs nicht zur Verfügung. Für ihn wurde überraschend Rudolf Skácel nachnominiert. Der Spieler von Herta BSC hat seit 2005 nicht mehr in der Nationalmannschaft gespielt.

Gegentore sind Mangelware

Dank der starken Abwehr und natürlich Weltklassekeeper Petr Cech kassierten die Tschechen in der EM-Quali nur fünf Tore. Die „Italien-Abwehr“ mit David Rozehnal (Lazio Rom), Marek Jankulovski (AC Milan) und Tomáš Ujfaluši (Fiorentina) wird vermutlich durch Radoslav Kováč von Spartak Moskau ergänzt werden. Die wohl umkämpfteste Position wird wohl auf rechts die von Ujfaluši sein. Hier drückt unter anderem Michal Kadlec, dessen Vater Miroslav stand 1996 im Finale gegen Deutschland. Doch der Konkurrenzkampf wird auf hohem Niveau geführt, so dass Karel Brückner auf eine gefestigte Defensive aufbauen kann.

Solides Mittelfeld ohne den Star

Schmerzen wird ihn allerdings der Ausfall des Kreativzentrums Tomáš Rosický bereiten. Die Tschechen müssen damit auf ihr einziges Großkaliber im Mittelfeld verzichten. Die beiden Deutschlandlegionäre Galásek und Jarolim sowie Jaroslav Plašil, Jan Polák und Marek Matějovský bilden zwar ein solides Grundgerüst, aber wirklich herrausragend ist keiner. Damit ist das tschechische Spiel sehr von der oft stark schwankenden Form der Spieler aus der zweiten Reihe abhängig. Damit wird Brückner öfter auf die 4-4-2-Taktik, statt des beliebteren 4-5-1 zurückgreifen müssen. Inwieweit dadurch Unruhe in das sonst sehr geordnete Spiel der Tschechen kommt, werden die beiden Partien gegen Litauen und vor allem der Härtetest gegen Schottland zeigen.

Generationenkampf im Sturm

Im Sturm kann Karel Brückner auf Erfahrung zurückgreifen. Auf Grund der Ausfälle im Mittelfeld wird neben dem umstrittenen aber trotzdem wohl gesetzten Jan Koller ein zweiter Stürmer auflaufen. Diesen Platz könnte Milan Baroš einnehmen. Doch auch er hat seinen Zenit bereits weit überschritten. In diesem Jahr bestritt er für den FC Portsmouth gerade einmal sieben Spiele und erzielte keinen einzigen Treffer. Eine Alternative könnte hier der 21-Jährige Martin Fenin sein. Im Januar wechselte er trotz Angeboten von u.a. Juventus Turin zu Eintracht Frankfurt und erzielte in der Rückrunde sechs Treffer. Der vierte nominierte Stürmer, Václav Svěrkoš, hingegen darf wohl eher als Ergänzungsspieler gesehen werden. In der A-Nationalmannschaft kam der ehemalige Gladbacher bisher zu keinem Einsatz. Der Sturm könnte das Hauptproblem der Tschechen werden, sollte Koller die in ihn gesetzten Erwartungen Brückners nicht erfüllen. In der Gruppe mit den spielerisch guten Portugiesen, den kampfstarken Türken und natürlich den hochmotivierten Schweizern könnte bereits in der Vorrunde Schluss sein. Dies wird vor allem von der jeweiligen Tagesform abhängen. Um Höheres zu erreichen müssten die Tschechen wohl über sich hinauswachsen.

Kader Tschechische Republik
Tor: Petr Čech (Chelsea FC), Jaromír Blažek (1. FC Nürnberg), Daniel Zítka (RSC Anderlecht).

Abwehr: Marek Jankulovski (AC Milan), David Rozehnal (S.S. Lazio), Tomáš Ujfaluši (ACF Fiorentina), Zdeněk Pospěch (FC København), Zdeněk Grygera (Juventus), Michal Kadlec (AC Sparta Praha), Tomáš Sivok (AC Sparta Praha), Radoslav Kováč (FC Spartak Moskva).

Mittelfeld: Tomáš Galásek (1. FC Nürnberg), David Jarolím (Hamburger SV), Jaroslav Plašil (CA Osasuna), Jan Polák (RSC Anderlecht), Marek Matějovský (Reading FC), Libor Sionko (FC København), Rudolf Skácel (Herta BSC), Stanislav Vlček (RSC Anderlecht).

Sturm: Jan Koller (1. FC Nürnberg), Milan Baroš (Porsmouth FC), Martin Fenin (Eintracht Frankfurt), Václav Svěrkoš (FC Baník Ostrava).

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