Der EM-Check: Italien – Der weltmeisterliche Favorit

25 Mai, 2008 um 8:10 pm | Veröffentlicht in Europameisterschaft | 1 Kommentar

Vor zwei Jahren holten sich die Italiener in einem Herzschlagfinale den Weltmeistertitel. Nun wollen sie sich auch Europas Krone aufsetzen. Schon in der Vorrunde treffen sie auf Dauergegner Frankreich, doch das ist nicht der einzige Brocken in der Todesgruppe C. Mit den Niederlanden und Rumänien warten zwei spielstarke Teams auf die Squadra Azzurra. sportworldblogger stellt ihnen das Team vor:  

Es war eine schwere Nachfolge die Roberto Donadoni 2006 antrat, als er das Team von Weltmeistertrainer Marcello Lippi übernahm. Die ersten Spiele verliefen mehr als unglücklich, doch im Verlauf der EM-Qualifikation fand die italienische Mannschaft mehr und mehr zu sich und gewann letztendlich ihre Gruppe. Kaum verwunderlich ist der Kader doch durchsetzt mit absoluten Topstars. Der vierfache Welttorwart Gianluigi Buffon hat vor sich die komplette Weltmeister-Abwehr. Im Mittelfeld soll der beinharte Sechser Gattuso die kreativen Spieler der Gegner zum Verzweifeln bringen.

Das endgültige Aus des Catenaccio

Doch es hat sich viel getan seit dem Gewinn des Titels vor zwei Jahren. Trainer Donadoni hat mit der Umstellung auf das 4-3-3-System das endgültige Aus des italienischen Defensivfußballs besiegelt. Damit wurde der Platz im Mittelfeld enger. Die drei verbleibenden Positionen werden wohl an das Trio vom AC Mailand gehen: Gattuso, Prilo und Ambrossini sollen für ein eingespieltes Auftreten sorgen. Gleich fünf zusätzliche Männer stehen als Reservisten bereit, wobei auch die italienische Bank mit u.a. Mauro Camoranesi und Daniele De Rossi hochklassig besetzt sein wird.

Mit drei Stürmern zum Titel

Über ein Stürmerproblem kann sich Donadoni ebenfalls nicht beschweren. Die Position in der vorderste Spitze wird der Toptorjäger der Bundesliga, Luca Toni, einnehmen. In sechs Qualifikationsspielen erzielte er fünf Treffer. Toni könnte vom schnellen Außenstürmer Antonio Di Natale bedient werden. Und auch ein alter Bekannter befindet sich zur Zeit in Topform: Alessandro del Piero holte sich die italienische Torjägerkanone und dürfte den dritten Platz im Sturm zugesprochen bekommen. Trotzdem erstaunt es, dass Donadoni bei der EM sowohl auf Filippo Inzaghi und Vincenzo Iaquinta verzichtet. Beide spielten keine überragende Saison, waren jedoch während der Qualifikation stets feste Größen in der italienischen Nationalelf. Statt dessen bekommt Marco Borriello seine Chance und ist durchaus ein guter Ersatz. In dieser Saison erzielte er 19 Tore in der Serie A. Nebem ihm wird Fabio Quagliarella, der beim 2:0-Quali-Sieg gegen Litauen beide Tore erzielte, auf der Bank Platz nehmen. Die größte Überraschung im Kader war die Berufung von Antonio Cassano, welcher seit Anfang 2006 nicht mehr für Italien gespielt hat. Der ewige Ergänzungsspieler bei Topclubs trug maßgeblich dazu bei, dass sein neuer Verein, Sampdoria Genua, die Uefa-Cup-Plätze erreichen konnte.

Was kann die noch aufhalten?

Mit diesem Team sind die Italiener Top-Favorit auf den Titel. Selbst wenn ein oder zwei Spieler ausfallen sollten, hat Trainer Donadoni eine sehr gut besetzte Bank. Die Umstellung-Phase auf die neue Taktik haben die Spieler ebenfalls hinter sich. Eine wirkliche Schwäche kann man im Spiel der Italiener kaum erkennen. Gefährlich wurde es vor dem Tor von Buffon allenfalls bei Standards. Zudem erzielten die Italiener trotz der offensiven Ausrichtung in der Quali nur 22 Tore.  Auf den Faröer-Inseln reichte es nur zu einem glücklichen 2:1, gegen Dauergegner Frankreich kam man zu Hause nicht über ein 0:0 hinaus. Eben diese Franzosen warten auch in der Vorrundengruppe wieder auf Italien. Beide Mannschaften befinden sich absolut auf dem selben Niveau, die Tagesform wird den Ausschlag geben. Auch die Niederlande werden trotz ihrer oft wechselhaften Form kein einfacher Gegner werden. Rumänien war eines der Überraschungsteams der Qualifikation, sicherte sich den Sieg in der Gruppe noch vor den Niederlanden. Doch ein Vorrundenaus Italiens wäre eine Riesenüberraschung. Mindestens das Halbfinale wird im Land des Weltmeister gefordert, doch letztlich der Titel erwartet.

Kader Italien
Tor: Marco Amelia (AS Livorno Calcio), Gianluigi Buffon (Juventus), Morgan De Sanctis (Sevilla FC).

Abwehr: Andrea Barzagli (US Città di Palermo), Fabio Cannavaro (Real Madrid CF), Giorgio Chiellini (Juventus), Fabio Grosso (Olympique Lyonnais), Marco Materazzi (FC Internazionale Milano), Christian Panucci (AS Roma), Gianluca Zambrotta (FC Barcelona).

Mittelfeld: Massimo Ambrosini (AC Milan), Alberto Aquilani (AS Roma), Mauro Camoranesi (Juventus), Daniele De Rossi (AS Roma), Gennaro Gattuso (AC Milan), Riccardo Montolivo (ACF Fiorentina), Simone Perrotta (AS Roma), Andrea Pirlo (AC Milan).

Sturm: Marco Borriello (Genoa CFC), Antonio Cassano (UC Sampdoria), Alessandro Del Piero (Juventus), Antonio Di Natale (Udinese Calcio), Fabio Quagliarella (Udinese Calcio), Luca Toni (FC Bayern München).

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1 Kommentar »

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  1. kann man mal sehen was der ausfall des kapitäns so bewirken kann…


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