Der EM-Check: Türkei – Der Außenseiter

3 Juni, 2008 um 4:36 pm | Veröffentlicht in Europameisterschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Sie gewinnen mit 4:1 gegen den amtierenden Europameister – und holen gegen Malta nur einen Punkt. Es war ein Auf und Ab in der Qualifikation für die Türkei. In aller letzter Minute schnappte man sich dann doch das EM-Ticket. Doch sollte Trainer Fatih Terim dem Team nicht schleunigst zu etwas Konstanz verhelfen, könnte bei der Euro früh Schluss sein.

Auch die Vorbereitungsspiele liefen sehr durchwachsen für die Türken. Gegen Uruguay verloren sie trotz zweimaliger Führung, die Finnen schickte man souverän mit 2:0 nach Hause. Nur wenn die Türken in allen Mannschaftsteilen überzeugende Leistungen abrufen, haben sie bei der Euro eine Chance aufs Viertelfinale. Stars sucht man vergeblich im Team von Fatih Terim nicht. Die meisten der Spieler im Kader stehen bei einheimischen Vereinen unter Vertrag. Auch die Bundesligalegionäre  Yıldıray Baştürk und Halil Altıntop müssen daheim bleiben. Für Baştürk ist in seinem Spielsystem kein Platz meint Terim. „Die Rolle als Ersatzspieler hätte aber seine Moral untergraben können, deshalb habe ich mich entschlossen, ihn ganz aus dem endgültigen Kader zu streichen.“

Die Offensive im Mittelfeld

Ein anderer Bundesligprofi gilt hingegen als gesetzt. Hamit Altiton vom FC Bayern München wird im Gegensatz zu seinem Schalker Zwillingsbruder bei der Euro dabei sein. Falls Altintop nicht in der Abwhr eingesetzt wird könnten neben ihm Mittelfeld Mehmet Topal, Emre Belözoğlu und Mehmet Aurelio spielen, denen der Trainer allensamt eine Klasse Form bescheinigte. Optionen hat er viele. Insgesamt 10 Mittelfeldakteure stehen im EM-Aufgebot der Türken. Wie in der Quali setzt Terin auf seine offensiven Kräfte hinter den beiden Spitzen. In den Spielen vor der EM lief immer ein Zweiersturm auf, doch bei der EM werden insgesamt nur drei Stürmer dabei sein. Unter ihnen ist Semih Şentürk, der Toptorschütze der türkischen Liga in dieser Saison.

Das Problem Innenverteidigung

Die Innenverteidigung mit Servet Çetin und Gökhan Zan ist zwar hoch gewachsen und körperlich stark, beide gehören allerdings nicht zu den schnellsten Spielern. In den letzten zehn Partien spielten die Türken nur zwei Mal zu null. Doch viele andere Optionen hat Terim hier nicht. Der 34-jährge Emre Aşık hat zwar bereits EM- und auch WM-Erfahrung sammeln können, gilt aber ebenfalls nicht gerade als der flinkeste. Für die rechte Abwehrseite ist Altintop eine Variante, in den Qualispielen konnte er hier durchaus überzeugend. Gökhan Gönül, der ebenfalls diese Position spielen kann, steht wegen eines Mittelfußbruchs nicht zur Verfügung.

Viertelfinale wäre bereits ein Erfolg

In der Gruppe mit Gastgeber Schweiz, den formstarken Portugiesen und der Tschechischen Republik wird es für die Türken sehr schwer werden sich fürs Viertelfinale zu qualifizieren. Sie sind hier wohl nur Außenseiter. Spannend wird vor allem das Aufeinendertreffen mit der Schweiz. Beide verbindet eine wenig rühmliche Vergangenheit. Nach dem Relegationsrückspiel für die Qualifikation zur WM 2006 kam es zu Auseinandersetzungen auf dem Spielfeld, welche mehrere Sperren und Geldstrafen nach sich zogen. Bei der Euro haben die Schweizer dann ihre eigenen Fans im Rücken, welche das Spiel vor zwei Jahren sicher nicht vergessen haben werden.

Der türkische EM-Kader
Tor:
Volkan Demirel (Fenerbahçe SK), Rüştü Reçber (Beşiktaş JK), Tolga Zengin (Trabzonspor).

Abwehr: Sabri Sarıoğlu (Galatasaray AS), Gökhan Zan (Beşiktaş JK), Emre Aşık (Galatasaray AS), Servet Çetin (Galatasaray AS), Hakan Balta (Galatasaray AS), Uğur Boral (Fenerbahçe SK), Emre Güngör (Galatasaray AS).

Mittelfeld: Mehmet Aurélio (Fenerbahçe SK), Mehmet Topal (Galatasaray AS), Emre Belözoglu (Newcastle United FC), Tümer Metin (Larissa FC), Hamit Altıntop (FC Bayern München), Ayhan Akman (Galatasaray AŞ), Arda Turan (Galatasaray AS), Tuncay Sanlı (Middlesbrough FC), Kazım Kazım (Fenerbahçe SK), Gökdeniz Karadeniz (FC Rubin Kazan).

Sturm: Nihat Kahveci (Villarreal CF), Semih Şentürk (Fenerbahçe SK), Mevlüt Erding (FC Sochaux-Montbéliard).

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