Der EM-Check: Schweiz – Was bringt der Heimvorteil?

4 Juni, 2008 um 4:24 pm | Veröffentlicht in Europameisterschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Am Samstag ist es so weit. Im Auftaktspiel zur EM trifft Gastgeber Schweiz auf Tschechien. Hochmotiviert gehen die Schweizer in das Tunier, doch sie haben seit zwei Jahren kein Pflichtspiel mehr bestritten. sportsworldblogger macht den Teamcheck.

Sturmstar Alexander Frei gibt sich selbstbewusst: „Ich weiß, dass die Mannschaft Geschichte schreiben und den EM-Titel holen will!“ Doch bis dahin ist es ein langer Weg für das Team von Trainer Jakob Kuhn. Zumal den 64-Jährigen Verletzungssorgen plagen. Mittelfeldass Tranquillo Barnetta und Innenverteidiger Patrick Müller laborieren noch an Verletzungen. Ob sie am Samstag einsatzbereit seien werden ist weithin unklar. Fakt ist, dass das Schweizer Team den flinken und technisch starken Barnetta nur schwer ersetzen können wird.

Problem: Gelöst

Im Sturm scheint es dafür ganz gut auszusehen für die Schweizer. Alexander Frei ist wieder in Topform und erzielte in den letzten acht Spielen sechs Treffer. Neben ihm könnte Hakan Yakin auflaufen. Eigentlich nimmt er die Position des Spielmachers ein, doch im 4-2-2-2 System der Eidgenossen ist dafür kein Platz. Mit 24 Toren in der Schweizer Liga hat er aber durchaus auch Torjägerqualitäten aufzuweisen und könnte als hängende Spitze fungieren. Ein weiteres Anzeichen für solche Überlegungen ist, dass Kuhn nur drei nominelle Stürmer mit zur EM nimmt. Eine weitere Option wäre der ehemalige Stuttgarter Marco Streller der ebenfalls eine überzeugende Saison spielte.

Hinten sollen die Spiele gewonnen werden

Bei der WM 2006 hatten die Schweizer kein einziges Gegentor bekommen, schieden letztlich im Elfmeterschießen aus. Wie immer bauen die Schweizer auch bei diesem Tunier auf ihre starke Defensivabteilung. So steht schon vor der Abwehr der erst 21 Jahre alte spielerisch sehr starke defensive Mittelfeldmann Gelson Fernandes. Bereits mit 16 Jahren bestritt er sein erstes Profispiel, läuft heute für Manchester City auf. In der Abwehr ist Philippe Senderos von Arsenal London gesetzt.  Unter normalen Umständen würde neben ihm Patrick Müller spielen, doch nach seiner Verletzung ist unklar ob er bis zur EM fit wird. Auf Links dürfte Ludovic Magnin vom VfB Stuttgart gesetzt sein. Auch wenn er nicht zu den technisch stärksten Spielern gehört, kann er dank seiner Dynamik immer wieder Impulse im Spiel nach vorne setzten.  Auf der gegenüberliegenden Position könnte mit Philipp Degen ein weiterer Bundesligaprofi auflaufen.

Mit dem Heimvorteil zum Titel?

Im Gegensatz zum Mitgastgeber Österreich traut die einheimische Bevölkerung dem eigenen Team bei der Euro eine Menge zu. Ein Scheitern in der Vorrunde wäre eine herbe Enttäuschung. Doch mit den Tschechen und Portugal warten zwei harte Brocken. Vor allem gegen die offensivstarken Portugiesen wird es entscheidend sein, dass die Abwehr ihren gewohnt guten Dienst verrichtet. Wenn die Schweiz gegen die Tschechen ohne Niederlage startet, sollte das überstehen der Vorrunde gut machbar sein. Im ersten Pflichtspiel seit der WM 2006 wird es dann darauf ankommen, dass sich das Team als solches präsentiert. Die individuelle Stärke ist sicher bei den Tschechen höher, doch Trainer Kuhn schafft es immer wieder seine Mannen taktisch optimal auf den jeweiligen Gegner einzustellen. Sollte die Schweiz von weiteren Verletzungen verschont bleiben und sich so spielfreudig wie in den Testspielen zeigen, dürfte ein Halbfinalplatz durchaus machbar sein.

Der schweizerische EM-Kader
Tor:
Diego Benaglio (VfL Wolfsburg), Eldin Jakupovic(Grasshopper-Club), Pascal Züberbühler (Neuchâtel Xamax FC)

Abwehr: Philipp Degen (BV Borussia Dortmund), Johan Djourou, Philippe Senderos (beide Arsenal FC), Stéphane Grichting (AJ Auxerre), Stephan Lichtsteiner (LOSC Lille Métropole), Ludovic Magnin (VfB Stuttgart), Patrick Müller (Olympique Lyonnais), Christoph Spycher (Eintracht Frankfurt)

Mittelfeld: Tranquillo Barnetta (Bayer 04 Leverkusen), Ricardo Cabanas (Grasshopper-Club), Gelson Fernandes (Manchester City FC), Daniel Gygax (FC Metz), Benjamin Huggel (FC Basel 1893), Gökhan Inler (Udinese Calcio), Hakan Yakin (BSC Young Boys), Johan Vonlanthen (FC Salzburg), Valon Behrami (S.S. Lazio)

Sturm: Eren Derdiyok, Marco Streller (beide FC Basel 1893), Alex Frei (BV Borussia Dortmund)

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