Der EM-Check: Österreich – Viele Baustellen vor dem Tunier

6 Juni, 2008 um 1:27 pm | Veröffentlicht in Fußball | Hinterlasse einen Kommentar

Noch im letzten Jahr forderten die Fans einen freiwilligen Verzicht auf die EM-Teilnahme des Gastgeberlandes. In den Freundschaftsspielen boten die Alpenländer einen Grottenkick, gewannen nur eine der zwölf Partien. Doch mittlerweile konnten sich die Mannen von Joseph Hickersberger wieder in die Herzen ihrer Anhänger spielen.

Das Jahr 2008 lief deutlich besser. Die Niederlande hatte man beim 3:4 am Rande einer Niederlage.  Nigeria trotze man ein 1:1 ab und Malta schickte man mit 5:1 nach Hause. Auch die 0:3 Niederlage gegen die DfB-Elf war keinesfalls eine Vorführung, sondern eher unglücklich gelaufen. Auch sollte die Abschlussschwäche nach neun Toren in vier Spielen zumindest ansatzweise überwunden sein. Im letzten Jahr konnten die Österreicher in zwölf Partien nur sieben Treffer erzielen. Trotzdem bereitet die Besetzung im Sturm Trainer Hickersberger weiter ein wenig Kopfschmerzen.

Wer wird die Nummer Zwei im Sturm?

Gesetzt für den Sturm ist Roland Linz vom SC Braga. Sechzehn Treffer erzielte er insgesamt für diesen in der letzten Spielzeit. Neben ihm könnte der 38-jährige Ivica Vastic auflaufen. Hickerberger holte den Routinier zurück in die Nationalmannschaft. Hoffnungen machen darf sich auch der junge Martin Harnik von Werder Bremen. Beide gelten jedoch nicht gerade als Knipser, sind eher hängende Stürmer. Auch Roman Kienast kann mit keiner berauschende Torquote aufwarten. In 110 Ligaspielen in Österreich und Norwegen konnte er den Ball nur 26 Mal im Tor unterbringen. Bliebe der 21-jährige Erwin Hoffer, der in seinen vier Nationalmannschaftseinsätzen noch kein Tor erzielen konnte. Es sind alles samt keine Topstürmer, die Hickersberger zur Verfügung hat.

Die Routine im Mittelfeld

Unterstützung nach vorne im Mittelfeld soll unter anderem von Andreas Ivanschitz kommen. Der Kapitän ist die zentrale Figur im Spiel der Österreicher. Neben ihm setzt der Trainer im Mittelfeld auf die Erfahrung von René Aufhauser. Mit 50 Länderspielen ist der 31-Jährige eine feste Größe im Team. Die beiden Routiniers könnten zwei junge Talente zur Seite gestellt bekommen. Der Neu-Frankfurter Ümit Korkmaz und Christoph Leitgeb konnten in den Vorbreitungsspielen durchaus überzeugen. Abhängig von der taktischen Ausrichtung könnte auch ein fünfter Mittelfeldspieler hinzukommen. Gegen Deutschland spielte Österreich wie auch gegen Nigeria ein 3–5-2-System , welches später einem 4-4-2 wich. Im Jahr 2007 ließ Hickersberger des Öfteren 4-5-1 spielen, was zwar vergleichsweise wenige Gegentore zur Folge hatte, aber auch keine Siege einbrachte.

Starke Defensive ohne Siege

Im letzten Jahr fingen die Österreicher dank ihrer starken Abwehr kaum Gegentore. Die Viererkette um Jungstar Sebastian Prödl, Routinier Martin Stranzl und England-Legionär Emanuel Pogatetz hat gegen Frankreich, England und die Tschechische Republik ihr Können unter Beweis gestellt. Allerdings konnten nur eines aller Spiele 2007 gewonnen werden. Damals setzte Hickersberger auf zwei defensiven Spielern im Mittelfeld. Einer von diesen wich in diesem Jahr zusehends einem zweiten Stürmer. Dies hatte jedoch zur Folge, dass die Österreicher 2008 noch kein Spiel zu Null beenden konnten. Auf welche Taktik Hickersberger letztlich setzen wird, bekommen wir im ersten Spiel gegen Kroatien zu sehen.

Ungeklärt: Die Torwartfrage

Bis jetzt hat sich der Trainer auch noch nicht auf die Nummer Eins im Tor festgelegt. Dass das Warten auf die Entscheidung ein Problem für Jürgen Macho und Alexander Manninger ist, glaubt Hickersberger nicht: „Beide sind voll bei der Sache und motiviert!“ Grund für die weit hinausgeschobene Entscheidung ist laut Trainer, dass zunächst interne Probleme wegen disziplinarischer Mängel geklärt werden sollen. Angeblich sei die Mannschaft sehr unkonzentriert. Inwieweit dies zutrifft oder nur den Status als Underdog untermauern soll, bleibt abzuwarten. In der Gruppe mit der DfB-Elf, den Polen und Kroatien wird es darauf ankommen von Anfang an 120 Prozent zu geben um den Traum vom Weiterkommen möglich zu machen.

Der EM-Kader
Torhüter:
Alexander Manninger (AC Siena), Jürgen Macho (AEK Athens), Ramazan Öczan (TSG 1899 Hoffenheim)

Verteidiger: György Garics (SSC Napoli), Ronald Gercaliu (FK Austria Wien), Martin Hiden (SK Austria Kärnten), Markus Katzer (SK Rapid Wien), Jürgen Patocka (SK Rapid Wien), Emanuel Pogatetz (Middlesbrough FC), Sebastian Prödl (SK Sturm Graz), Martin Stranzl (FC Spartak Moskva)

Mittelfeldspieler: René Aufhauser (FC Salzburg), Christian Fuchs (SV Mattersburg), Martin Harnik (Werder Bremen), Andreas Ivanschitz (Panathinaikos FC), Ümit Korkmaz (SK Rapid Wien), Christoph Leitgeb (FC Salzburg), Jürgen Säumel (SK Sturm Graz), Joachim Standfest (FK Austria Wien), Ivica Vastic (LASK Linz)

Stürmer: Erwin Hoffer (SK Rapid Wien), Roman Kienast (Ham-Kam Fotball), Roland Linz (SC Braga)

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