Einer aus Fünfen – Auftakt zum Endspurt

29 April, 2009 um 12:18 pm | Veröffentlicht in Fußball | Hinterlasse einen Kommentar

Der Bundesligaendspurt hat begonnen. Noch fünf Spieltage sind zu absolvieren und es geht so spannend zu wie lange nicht mehr. Grund genug schon einmal auf die Entwicklung an der Spitze in der abwechslungsreichen Saison 2008/2009 zurückzublicken und zu schauen, was aus den verschiedenen Meisterschaftskandidaten geworden ist und wer noch Chancen auf der Zielgeraden hat.

Mit bisher fünf verschiedenen Tabellenführern war die Bundesligasaison bisher abwechslungsreich wie seit Jahren nicht mehr. Bereits am ersten Spieltag krallte sich Aufsteiger Hoffenheim den ersten Tabellenplatz und sorgte in der Hinrunde für eine der größten Überraschungen im deutschen Fußball seit der Meisterschaft des 1.FC Kaiserslautern vor elf Jahren. Insgesamt neun Spieltage standen die 1899er in der Hinrunde ganz oben, doch in der Rückrunde sah es bisher düster aus für die Emporkömmlinge. In den vergangenen elf Spielen gab es keinen Sieg, der Absturz von Platz 1 am 19.Spieltag auf aktuell Platz 8 ist die Folge. Die Titelträume beim Team von Ralf Rangnick sind geplatzt, ebenso schlecht stehen die Chancen das europäische Geschäft zu erreichen. Bereits neun Punkte beträgt der Rückstand auf Rang Fünf, der die direkte Qualifikation für die aus dem UEFA-Cup neu hervorgegangene „UEFA Europe League“ bedeutet. In der Rückrundentabelle sind sie hinter dem Karlsruher SC und dem 1.FC Köln die drittschlechteste Mannschaft.

Ein weiterer Verlierer der Rückrunde sind die Kicker von Bayer Leverkusen. Sie liegen nur einen Rang vor den Hoffenheimern in der Rückrundentabelle auf Platz 15. Vor der Winterpause konnte sich die Werkself noch Hoffnungen auf den Titel machen, das Erreichen der Europacupplätze war realistisch. An den Spieltagen 12 und 13 grüßten sie von der Tabellenspitze. Doch wie die Hoffenheimer kamen auch die Leverkusener in der Rückrunde nicht in Fahrt und stürzten ab. Neunter Platz, 12 Punkte vom fünften Rang entfernt: Die Bundesligasaison ist gelaufen für das junge Team von Bruno Labbadia. Die Konzetration dürfte sich nun auf das DfB-Pokal-Finale am 30. Mai richten, auf die letzte verbliebene Chance, doch noch in die Europe League einzuziehen.

Saisonverlauf der Spitzenreiter und Titelkandidaten
Saisonverlauf der Spitzenreiter und Titelkandidaten

Doch wo es Verlierer gibt, müssen auch Gewinner sein. Diese sind eindeutig die Teams aus Wolfsburg und Stuttgart. Die VW-Elf katapultierte sich in der Rückrunde aus dem Niemandsland der Tabelle an die Spitze und hat zur Zeit alle Chancen auf den Titel. Der Erfolg trägt einen Namen: Felix Magath. In seiner allumfassenden Verantwortungsposition beim VfL Wolfsburg schaltet und waltet er mit überzeugenden Ergebnissen. Das Restprogramm sieht mit Spielen gegen Teams aus dem Tabellenmittelfeld machbar aus, gegen Meisterschaftsmitkandidat Stuttgart kann man drei wichtige Punkte holen.

Eben diese Stuttgarter zählen ebenfalls zu den Gewinnern der Rückrunde. Parallel zu den Wolfsburgern schafften sie den Sprung in die Spitzengruppe und dürfen nun zumindest ernsthaft an Europa denken. Sie haben jedoch schwere Spiele gegen Abstiegskandidaten aus Bielefeld und Cottbus zu absolvieren und müssen am letzten Spieltag zu den Bayern nach München. Zusammen mit diesen sind die Stuttgarter eines der Teams aus der Meisterschaftskampfgruppe, das in der gesamten Saison noch nicht an der Tabellenspitze stand.

Die Münchner haben fünf Spieltage vor Schluss die Reißleine gezogen und den zwar ambitionierten, jedoch erfolglosen Jürgen Klinsmann entlassen und Jupp Heynckes angeheuert. Ob dieser die Blockaden lösen kann, wird sich wohl schon am Wochenende zeigen. Die Bayern empfangen die Borussia aus Mönchengladbach, welche zur Zeit tief im Abstiegskampf steckt. Dannach geht es nach Cottbus, auch keine einfache Partie. Doch Siege sind Pflicht, sonst ziehen die weiteren Meisterschaftsanwärter davon und den Bayern droht ein titelloses Jahr und eine Saison ohne die wichtigen Einnahmen aus der Champions League.

Zu den weiteren Teams, die um die Schale kämpfen, zählen Herta BSC Berlin und der Hamburger SV. Letzterer ist die konstateste Mannschaft in der Spitzengruppe. Seit dem zweiten Spieltag hält sich der HSV permanent unter den Top-Fünf der Tabelle. Bereits fünfmal stand man ganz oben. Das Restprogramm sieht machbar aus, doch am kommenden Spieltag geht es auch für die Hamburger gegen einen direkten Konkurrenten. Dann müssen die Nordlichter in die Bundeshauptstadt zur Herta.

Die Herta zählt ebenfalls zu den Konstanten der Bundesligasaison 2008/09. Nach einem durchschnittlichen Saisonstart konnten sich die Berliner seit Ende der Hinrunde oben festsetzen und führten mit bisher fünf Spieltagen die Bundesligatabelle in der Rückrunde am längsten an. Das Team von Lucien Favre zählt damit zu den Überraschungsteams der aktuellen Saison. Noch im Vorjahr beendeten sie die Spielzeit auf dem zehnten Rang und damit im tiefsten Mittelfeld der Liga.

Damit kämpfen vor dem 30. Spieltag insgesamt noch fünf Mannschaften um den Titel. Solch eine spannende und enge Spitzengruppe zu so einem späten Saisonzeitpunkt gab es zuletzt in der legendären Saison 2000/01, als die Bayern am letzten Spieltag durch ein Tor in letzter Sekunde den Schalkern die Meisterschale aus den Händen rissen. Damals kämpften fünf Runden vor Schluss noch ganze sieben Teams um den Titel. Am Ende standen wie so oft die Bayern ganz oben, doch ob es in dieser Saison ähnlich ausgeht bleibt abzuwarten. Mit Jupp Heynckes greifen sie auf Altbewährtes zurück, möglicherweise kommt damit auch der berühmte „Bayern-Dusel“ wieder. Insgesamt verspricht die Schlussphase der Saison mit drei direkten Duellen der Titelanwärter einen spanndenden Endspurt. Hinzu kommt, dass mit Ausnahme des HSV keine der Mannschaften noch in einem weiteren Wettbewerb vertreten ist. Damit liegt die volle Konzentration bei den Spitzenteams auf der Meisterschaft.

Neben den fünf Topteams können sich mit Schalke 04 und Borussia Dortmund noch zwei weitere Mannschaften Hoffnungen auf den europäischen Wettbewerb machen. Beide liegen fünf Punkte hinter dem HSV. Für die Schalker sieht es nach dem Trainerwechsel wieder besser aus. Nach einem guten Saisonstart, mit drei Tabellenführungen, fiel man zunächst in die Bedeutungslosigkeit des Bundesligamittelfeldes ab, schwingt sich jetzt jedoch wieder auf. Die Dortmunder hielten sich durch die gesamte Saison im Dunstkreis der Europe-League-Ränge. Ob einem der beiden Revier-Teams der Sprung in die Top-Five gelingt, wird sich wohl im Duell gegen die Mitkonkurrenten entscheiden. Die Schalker müssen noch gegen Herta und Stuttgart ran, währen die Dortmunder noch Tabellenführer Wolfsburg empfangen.

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